Bau von Containern auf dem Campus Homburg verursacht unnötige Mehrkosten!

von Samira Scheibner

Auf dem Campus in Homburg haben die Staatskanzlei, die Universitätsleitung
und die Medizinische Fakultät Entscheidungen zur Errichtung eines Containers als
Ersatzgebäude für wegfallende Praktikumsgebäude getroffen.
Die Beteiligten einigten sich darauf, die Container auf ein aus
Studiengebühren finanziertes Volleyballfeld neben der Mensa
zu setzten. Wenige Meter weiter soll nun für bis zu 150.000 €
ein weiteres Ersatzfeld errichtet werden.
Bereits vergangenes Jahr einigten sich Staatskanzlei und UdS auf die
Errichtung von Containern neben dem Gebäude 48. Die Fakultät
hingegen hatte aufgrund der in Gebäude 48 befindlichen
Mäuseaufzuchtstation Bedenken gegen diesen Bauplatz geäußert und
schlug einen anderen vor. Dieser zweite Bauplatz war jedoch nicht im
Sinne der Staatskanzlei, die daraufhin das Volleyballfeld als möglichen
Bauplatz prüfen ließ. Unter Ausschluss der Studierenden wurde sich
letztendlich auf die Bebauung des Volleyballfeldes geeinigt.
Gewichtige Gründe gegen die anderen Bauplätze sind dem AStA nicht
bekannt oder erscheinen unhaltbar. So wurde zum Beispiel zum ersten
Bauplatz angeführt, dass die meisten Studierenden wohl die
Sanitätsanlagen in Gebäude 48 nutzen würden, wofür sie aber an der
sensiblen Mäuseaufzuchtstation vorbei müssten. Der AStA teilt diese
Befürchtung nicht, da die Container mit Sanitäranlagen ausgestattet sein
werden und es zudem Möglichkeiten gäbe die Aufzuchtstation
abzugrenzen bzw. die Studierenden einen anderen Eingang des
Gebäudes nutzen könnten.
Besonders verwunderlich erscheint, dass die Container laut der
Verantwortlichen der Universität nur eine Übergangslösung darstellen
sollen, da sie zur dauerhaften Nutzung nicht ausgelegt seien. „Am Ende
steht dann wahrscheinlich noch kein neues Volleyballfeld und auf dem
alten verrotten langsam die Container, da das Geld zur Sanierung der
Gebäude weiterhin fehlt", so Katharina Waller, Referentin für
Fachschaften im Allgemeinen Studierendenausschuss.
„Bei den Diskussionen um eine Platzfindung für den Container wurde der
AStA als Studierendenvertretung bedauerlicherweise nicht mit
einbezogen. Man entschied über unsere Köpfe hinweg.“, sagt Samira
Scheibner, Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses.
Auf Anfrage bei der Universität wurde den Studierenden zugesagt, dass
ein Ersatzfeld gebaut werden solle und die Staatskanzlei die Kosten von
bis zu 150.000 € dafür tragen werde. Leider gab es aber keine
schriftliche Zusage noch eine schlüssige Erklärung, warum nicht einer
der anderen ebenfalls geeigneten Bauplätze gewählt wurde. Für die
Studierenden in Homburg ist das Volleyballfeld die einzige Sportanlage,
die dem Hochschulsport kostenlos zur Verfügung steht. Das
Medizinstudium ist äußerst zeitintensiv und anstrengend. Sport als
Ausgleich und Abschalten vom Alltag ist für die meisten Studierenden in
Regel erst am frühen Abend möglich. Eine Sportanlage auf dem
Campus ist unverzichtbar. Aus diesen Gründen wurde das Feld damals
auch aus Studiengebühren finanziert.
„Wir können die Entscheidung in keiner Weise nachvollziehen. Mit der
Bebauung des Volleyballfeldes geht den Homburger Studierenden nicht
nur für eine ungewisse Zeit der einzige Hochschulsportplatz verloren,
sondern es werden auch noch 150.000 € unnötig aufgewendet. Gerade
in Zeiten der Schließung des Botanischen Gartens oder kommenden
Gebäudeschließungen aufgrund von Sanierungsbedarf ist diese
Entscheidung aus finanzieller Sicht grob falsch.“, so Katharina Waller,
Referentin für Fachschafen.
“Baggern statt Bagger“ - Dieser Slogan spricht uns Studenten aus der
Seele. Wir verlieren einen wichtigen Ort studentischen Lebens am
Campus. Gerade jetzt im Sommer haben wir uns oft zu einem Match auf
diesem tollen Platz getroffen.", sagt Stefan Königsbücher, Mitglied im
Fachschaftsrat Medizin.
Eine langfristige Bau- und Nutzungsplanung scheint immer wichtiger zu
werden. Hierdurch würden solche vorschnellen Entscheidungen
zukünftig vermieden werden.

 

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