Kompensationsmittel – Ein Kommentar

von Charlotte Dahlem

Kompensationsmittel – Ein Kommentar

 

Die Kompensationsmittel wurden mit der Abschaffung der Studiengebühren eingeführt, damit diese von den Fakultäten weiterhin zur Verbesserung von Lehre und Studium eingesetzt werden. Genau wie die Studiengebühren sollte die Verausgabung unter Beteiligung der Studierenden geschehen. Diese Tatsache wurde auch durch die Regierungserklärung der Ministerpräsidentin im Juli diesen Jahres bekräftigt.

Und auch wenn das Konzept erst einmal gut klingt, sieht die Realität anders aus.

Bereits zum Ende des letzten Jahres einigten Universitätsleitung und Landesregierung sich darauf, die bisher gezahlten 10 Millionen Euro Kompensationsmittel um die Hälfte zu reduzieren und die andere Hälfte dem Globalhaushalt zu zu sprechen, wodurch dieser um 5 Millionen Euro weniger sinken würde.

Durch diese Reduzierung wurde die zentrale Rolle dieser Mittel immer deutlicher. Denn schon lange wurden diese nicht mehr zur reinen Verbesserung der Lehre eingesetzt, sondern finanzierten vor dem Hintergrund der Unterfinanzierung der Universität zentrale und essenzielle Dinge. Besonders schmerzlich war dieser Wegfall daher für die Fakultäten, die zahlreiche Tutorien streichen und teilweise die Öffnungszeiten von Bibliotheken reduzieren mussten. Doch auch Projekte auf zentraler Ebene, wie beispielsweise die Lehrbuchsammlung der SULB oder die Vielfalt des Sprachenangebots im Sprachenzentrum leiden darunter.

 

Die Reduzierung der Kompensationsmittel tritt nun im Jahr 2015 in Kraft. Doch bereits in den Verhandlungen der letzten Semester, nach der Bekanntgabe der Reduzierung einigte sich der Senat der Universität des Saarlandes darauf, das zur Verfügung stehende Geld nicht in Gänze zu verausgaben, sondern ein Polster zu schaffen, um auch in den kommenden Semestern die Weiterführung einzelner Projekte zu garantieren.

Doch seit dem Spitzengespräch zwischen Staatskanzlei und Universitätsleitung, welches die ominöse Verkleinerung des zu erbringenden Sparvolumens von 20 auf 12% bis 2020 zur Folge hatte gilt diese Zusage nun plötzlich nicht mehr.

Im Gegenteil, geht es nach der Universitätsleitung sollen nicht nur sämtliche Rücklagen in den Globalhaushalt eingestellt werden, sondern zukünftig auch von dem reduzierten Betrag von ca. 5 Millionen Euro ein weiterer Sparbeitrag erbracht werden.

Die Idee der Mittel, welche zur Verbesserung von Lehre und Studium eingesetzt werden steht damit vor dem Aus. Studierende aller Fächer werden unter dem fehlenden Angebot und fehlender Hilfestellung während ihres Studiums leiden.

Die Gestaltung der Kompensationsmittel in den nächsten Semestern muss nun mit allen Beteiligten diskutiert werden. Doch muss dieser Verlust von Qualität stets im Kontext der generellen Kürzungen an der Universität gesehen werden, welche neben den einzelnen Fächern besonders stark zentrale Einrichtungen treffen werden, welche maßgeblich die Studienqualität und Attraktivität des Campus der Universität des Saarlandes mit bestimmen.

Zurück