Der 64. AStA der Universität des Saarlandes kritisiert die Pläne der Universität zum Wohnheim D

von Benedict Weber

Nach der heutigen Pressemitteilung der Universität sind unsere schon im Jahr 2012 geäußerten Befürchtungen um die endgültige Aufgabe des Wohnheim D auf dem Campus Gewissheit geworden.  Bereits seit Anfang 2012 ist das größte Studentenwohnheim auf dem Campus der Universität des Saarlandes aufgrund baulicher Mängel geschlossen.  Seitdem konnten sich die Beteiligten nicht auf ein zügiges Verfahren zur Wiedereröffnung einigen. Die wirklichen Leidtragenden sind hier die Studierenden, da der private Wohnungsmarkt auch in Saarbrücken immer angespannter wird. "Studentischer Wohnraum, welcher durch ein Studentenwerk verwaltet wird, ist für viele Studierende zwingend notwendig, um ihr Studium finanziell bestreiten zu können.", so Katharina Waller, Vorsitzende des AStA. „Gerade für internationale Studierende ist es schwer auf dem privaten Wohnungsmarkt eine Wohnungen zu finden“ so Benedict-Julian Weber, Vorsitzender des AStA. „Damit die Internationalisierungsstrategie der Universität sich nicht nur auf dem Papier gut liest, bedarf es zwingend studentischen Wohnraum, der durch das Studentenwerk verwaltet wird.“ so Katharina Waller. Im Saarland ist die Wohnheimquote im Bundesvergleich besonders niedrig und Handlungsbedarf seitens der Politik besteht schon lange. Der 64. AStA kritisiert scharf, dass das Land damals nicht lösungsorientiert, gemeinsam mit dem Studentenwerk und der Universität, eine zeitnahe Wiedereröffnung des Wohnheims realisiert hat. Der Vorschlag des Landes die Wohnheime an die WOGE Saar zu übergeben, war aus studentischer Sicht weder nachvollziehbar noch im Interesse der Studierenden. “Die Kompetenz für studentischen Wohnraum liegt beim Studentenwerk im Saarland e.V.", so die Vorsitzenden. Nur durch das Studentenwerk kann nachhaltig bezahlbarer studentischer Wohnraum geschaffen werden, der auf die Bedürfnisse der Studierenden abgestimmt ist. Das Land hätte schon 2013 der Universität oder dem Studentenwerk Gelder zur Verfügung stellen müssen, um das Wohnheim D zu sanieren. Bereits 2013 hat das Studentenwerk einen Antrag auf Bezuschussung eines Neubaues oder einer eventuellen Renovierung gestellt. Schon damals hat sich das Land aus der Verantwortung gezogen. "Die Universität oder das Studentenwerk brauchen unverzüglich eine längst überfällige verbindliche finanzielle Zusage seitens des Landes.", so die Vorsitzenden. Das Studentenwerk sieht klar den Bedarf nach mehr studentischem Wohnraum aber kann seiner Aufgabe in diesem Punkt nur durch finanzielle Unterstützung durch das Land nachkommen. "Sozialer Wohnungsbau kann in diesem Bereich nur durch staatliche Zuschüsse funktionieren und wir sehen hier eindeutig das Land in der Verantwortung auf die sozialen Bedürfnisse der Studierenden im Saarland einzugehen." so Govinda Sicheneder stellv. Vorstandsvorsitzende des Studentenwerks im Saarland e.V. Die Universität plant das Baufeld des Wohnheimes für den Neubau eines Lehrgebäudes für die Philosophische Fakultät zu nutzen. "Wir erkennen an, dass dringend Lehrgebäude an der Universität benötigt werden, dennoch  darf die Notwendigkeit der Schaffung von studentischen Wohnraum nicht dahinter zurückbleiben" so Benedict-Julian Weber. „Sollte die Universität bei ihrem Plänen bleiben, erwarten wir unverzüglich die Ausweisung eines neuen Grundstücks für ein Wohnheim auf dem Campus und die Aufnahme von Verhandlungen mit dem Land zur Finanzierung des Neubaus! Ist ein Ausweichplatz nicht gewährleistet, erwarten wir, dass die Universität von den Plänen abstand nimmt und die Wiedereröffnung des Wohnheim D möglich macht.“ ergänzt Katharina Waller. "Das Land muss endlich die Notwendigkeit für bezahlbaren studentischen Wohnraum anerkennen und für die Finanzierung einstehen" so die Vorsitzenden abschließend.

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