“Isch holl disch mit!” - AStA lässt Roter-Punkt-Aktion wieder aufleben

von Judith Bühler

Aufgrund der katastrophalen Bussituation, die sich durch die Einführung des reduzierten Fahrplans der Saarbahn GmbH noch verschlimmert hat, will der AStA nun verstärkt Studierende und Mitarbeiter_innen der UdS zum Mitfahren anregen. Am Mittwoch werden dazu am gesamten Saarbrücker Campus rote Aufhänger mit der Aufschrift „Isch holl disch mit!“ verteilt – in Anlehnung an die „Rote-Punkt-Aktion“ Ende der 60er-Jahre in Saarbrücken, bei der ein alternativer, selbst organisierter öffentlicher Nahverkehr erfolgreich zur Rücknahme einer extremen Preiserhöhung führte. „Wir wollen jetzt in erster Linie dafür sorgen, dass unsere Kommiliton_innen überhaupt und möglichst pünktlich zu ihren Vorlesungen kommen“ erklärt der AStA-Vorsitzende Lukas Redemann die Gründe für die Aktion. „Wenn es die Busunternehmen und die Politik nicht schaffen, einen guten ÖPNV anzubieten, müssen wir es eben selbst machen.“ Die Vorsitzende Judith Bühler führt aus: „Obwohl wir derzeit 128€ für unser Semesterticket bezahlen und man somit von einer entsprechenden Leistung ausgehen sollte, sehen wir als Vertretung der Studierendenschaft gezwungen, Alternativen zur katastrophalen Bussituation zu schaffen. Darüber hinaus werden die Verkehrsunternehmen in den nächsten Verhandlungen einiges von uns zu hören bekommen.“ Der AStA hatte sich in einer ersten Gesprächsrunde mit der Saarbahn GmbH zumindest auf Verstärkerfahrten und Ausnahmehaltestellen in Dudweiler für das laufende Semester einigen können.
Besonders dringend ist die Aktion außerdem, da Streiks im privaten und kommunalen Busunternehmen geplant sind. „Wir reden hier vermutlich von einem mehrtägigen Ausstand, den die Gewerkschaft Verdi angedroht hat. Mitfahrgelegenheiten könnten neben Fahrradfahren die einzige Möglichkeit sein, zur Uni zu kommen“, so Redemann. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die geplante Roter-Aufhänger-Aktion durchaus eine Alternative zum Busverkehr bieten kann, sofern sich genug Studierende und Mitarbeiter_innen beteiligen. „Gleichzeitig erhöht die Aktion den Druck auf die Verkehrsunternehmen, die um das verlorene Vertrauen ihrer Kundschaft kämpft, und auf die Politik, endlich mit den nötigen Mitteln den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern – insbesondere die Anbindung an die Universität“ fasst Bühler zusammen. Für die Rückfahrt in die Stadt oder umliegende Ortschaften ist zudem das Aufstellen von Mitfahrer_innenbänken in Planung.

Die roten Aufhänger können im AStA kostenlos abgeholt werden. Wir bitten Sie/Euch um zahlreiche Unterstützung!


(Bildquelle: gvh.de)

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