Reduzierter Fahrplan ist ein Schlag ins Gesicht

von Judith Bühler

Unter dem Motto „Manchmal ist weniger mehr“ hat die Saarbahn GmbH den reduzierten Fahrplan, der ab dem 1. Oktober in Kraft treten soll, verkündet. Dass die Geschäftsführung der Saarbahn mit ihrem Slogan wohl eher „für weniger Fahrten mehr kassieren“ meint, scheint eindeutig. „Es ist für alle Studierenden, aber auch für die Mitarbeiter_innen der Universität ein Schlag ins Gesicht, dass hier suggeriert wird, ein noch schlechterer ÖPNV hätte irgendetwas Positives“, so der AStA-Vorsitzende Lukas Redemann. Was die Saarbahn GmbH bei der Reduzierung verschweigt: die universitäre Anbindung leidet deutlich unter den Maßnahmen. So fallen unter der Woche täglich 43 Fahrten von der Stadt zur Universität aus, was fast 15% aller Fahrten entspricht. An Samstagen verschlechtert sich die bereits jetzt schon unbefriedigende Anbindung um 13 Fahrtausfälle, also 11,5% der Fahrten. Was ebenso verschwiegen wird: die desolate Situation des Saarbrücker Stadtverkehrs ist nicht neu, die Landesregierung und die Stadt Saarbrücken hätten viel früher auf die Zustände des ÖPNV reagieren müssen. Dass jetzt Studierende als Hauptbeförderungsgruppe unter den Kürzungen leiden, ist nicht tragbar.

Besonders betroffen ist die Linie 124, die nur noch stündlich statt wie zuvor halbstündlich fahren soll und zu Stoßzeiten von der Universität zur Stadt von vier auf zwei Fahrten gekürzt wurde. Auch die Linie 109, die die vor allem bei Studierenden beliebten Stadtgebiete Preußenstraße und Scheidter Straße mit der Universität verbindet, soll nur noch stündlich verkehren. Auch bei den Linien 101 und 102 kommt es zu Einschnitten. Der reduzierte Fahrplan sei mit dem Verkehrsministerium und der Stadt Saarbrücken abgesprochen, äußerten übereinstimmend Saarbahn GmbH und das Ministerium auf unsere Nachfrage. Es sei darauf geachtet worden, die Universität in unterdurchschnittlichem Maße zu belasten. Für uns besteht jedoch kein Zweifel daran, dass dabei nicht auf die Masse an beförderten Personen geachtet worden sein kann.

Insbesondere im Hinblick auf die erfolgte Erhöhung des Semesterticketbeitrags um 3€ zum Wintersemester 2018/19 ist die Streichung zahlreicher Verbindungen von und zur Universität nicht hinnehmbar. „Bereits jetzt zahlt die Studierendenschaft einen Beitrag für eine Leistung, die nicht eingehalten wird“, beklagt die AStA-Vorsitzende Judith Bühler. „In den kommenden Verhandlungen für das Semesterticket ab Oktober 2019 wird diese Entwicklung Konsequenzen nach sich ziehen.“ „Wir fordern, dass die Saarbahn GmbH die universitäre Anbindung von ihrer Fahrplankürzung ausnimmt. Ansonsten sehen wir uns gezwungen, die besagten 3€ Preiserhöhung von den Verkehrsbetrieben zurückzufordern“, warnt Redemann. Neben den Studierenden sind auch Mitarbeiter_innen der Universität vor allem durch die Fahrtausfälle der Linie 124 und 101 betroffen. Die Außenstelle am Meerwiesertalweg (An der Trift) wird so noch seltener angefahren.

Bereits in den vergangenen Semestern hat sich immer wieder gezeigt, dass gerade zu Vorlesungsbeginn die normalen Busverbindungen nicht ausreichen und die Strecke Stadt-Campus extrem überlastet ist. „Wenn jetzt auch noch der verkürzte Fahrplan greift, möchten wir uns nicht ausmalen, wie schrecklich der Semesterstart wird“, so die Vorsitzenden.

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