Saarland bei der Wohnheimquote erneut auf den letzten Plätzen

von Judith Bühler

Die neue Publikation des Deutschen Studentenwerks (DSW) „Wohnraum für Studierende. Statistische Übersicht 2018“ zeigt bedrückende Zahlen: die Versorgung mit staatlich geförderten Wohnheimplätzen hinkt der Zahl von Studierenden stark hinterher: Betrug das Verhältnis Studierende – geförderte Wohnheimplätze im Jahr 2011 noch 11,24%, liegt die sogenannte Unterbringungsquote aktuell bei nur noch 9,6. Im Saarland ist die Lage – wie schon seit Jahren – noch schlimmer: mit einer Unterbringungsquote von nur 7,26% belegen wir einen der letzten Plätze. Eine schlechtere Quote haben nur noch die Stadtstaaten Berlin (5,9%) und Bremen (6,15%) sowie Schleswig-Holstein (6,19%) und Hessen (6,92%).
„Im Saarland merken insbesondere internationale Studierende diesen Mangel enorm: sie haben oft keine andere Möglichkeit, als einen Wohnheimplatz in Anspruch zu nehmen, da sie meist nur für einen kurzen Zeitraum eine Wohnung suchen und deswegen für viele Vermieter_innen keine attraktive Gruppe darstellen. Darüber hinaus können sie nur schwer an WG-Castings oder Wohnungsbesichtigungen vor Ort teilnehmen“, beklagt die AStA-Vorsitzende Judith Bühler. Die untragbare Wohnsituation hatte der AStA zuletzt bei der Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz angesprochen und am Donnerstag auch mit Oberbürgermeister Scheidewind die Situation in Homburg diskutiert. „Für uns ist klar, dass allein das Studentenwerk im Saarland e.V. preisgünstige Wohnungen zur Verfügung stellen kann, die an die Bedürfnisse der Studierenden angepasst sind.
Wir brauchen dringend neue Wohnheime – auch auf den beiden Campus Saarbrücken und Homburg“, fordert der AStA-Vorsitzende Lukas Redemann.
Durch die anstehende Kernsanierung des Wohnheim C in Homburg wird sich die Lage kurzzeitig sogar noch verschlimmern, weil die Studierenden dafür das Gebäude werden räumen müssen. Und auch danach werden weniger Wohnungen als vorher zur Verfügung stehen, da sich durch die Sanierung die Anzahl der Zimmer reduziert. Dies war jedoch notwendig, um den Studierenden zumindest eine eigene Nasszelle zur Verfügung zu stellen, da zuvor nur Gemeinschaftsbäder vorhanden waren.
In Anbetracht der Wohnheimquote ist es zudem ein Skandal, dass nach der Schließung des Wohnheim D auf dem Campus immer noch keine Alternative geschaffen wurde. Hier haben die Verantwortlichen aus der Politik ganz klar versagt. Momentan ist geplant, auf dem Gelände des ehemaligen Wohnheim D ein neues Hörsaalgebäude entstehen zu lassen – als Ausgleich für das aus Brandschutzgründen geschlossene Gebäude C5.2 der Philosophischen Fakultät. Ob dann noch Platz für ein ebenfalls dringend benötigtes Wohnheim auf dem Campus ist, bleibt unklar.
Der AStA fordert deshalb mehr Engagement aus der Politik, das Thema studentischen Wohnraum ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen. Eine deutlich höhere finanzielle Unterstützung an das Studentenwerk bei Neubauten und Sanierungen wäre ein erster Schritt in diese Richtung.


Pressemitteilung des DSW:
https://www.studentenwerke.de//de/content/rekordhoch-von-studierenden-staatlich

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