Aktuelle Zinssätze zu Darlehen gibt es hier.

Für Hilfen zur Finanzierung des Lebensunterhalts sollte immer zuerst ein BAföG-Antrag gestellt werden (außer Nicht-EU-AusländerInnen!!), bevor ein Antrag auf einen Studienkredit gestellt wird!

Das Studentenwerk im Saarland bietet mit Abstand die günstigste Form eines Studienkredits (siehe Sozialfond).
Für einmalige Zahlungen (außer Studiengebühren) kommt der Hilfsfond des Studentenwerks in Betracht.

Bisher gibt es bei den kommerziellen Studienkrediten nur eine Einschätzung zum Studienkredit der KfW.

Sozialfonds

In Härtefällen können Studierende ab dem dritten Fachsemester finanzielle Förderung aus dem Sozialfonds des Studentenwerks erhalten. Er ist hauptsächlich für diejenigen gedacht, die dem Grunde nach keinen Anspruch auf Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz haben. Die Beihilfe wird in Form eines Darlehens gewährt. Ein Rechtsanspruch auf Förderung aus dem Sozialfonds besteht nicht.

Hilfsfonds des Studentenwerks im Saarland e.V.

Das Studentenwerk unterhält einen Hilfsfonds für Studierende der Universität des Saarlandes, die unverschuldet in Not geraten sind. Ein Rechtsanspruch auf Leistungen aus dem Fonds besteht nicht.

Hilfsfonds des Studentenwerks im Saarland e.V.

kfw-Studienkredit

  • muss online beantragt werden
  • für alle Studiengänge zugänglich
  • kann ab dem ersten Semester beantragt werden
  • monatlich zwischen 100-650 €
  • Achtung! Muss vollständig zurückgezahlt werden + Zinsen

kfw-Bildungskredit

  • muss online beantragt werden
  • ein bestimmter Leistungsstand wird verlangt (also ein Kredit für die zweite Phase/ Abschlussphase des Studiums)
  • max. 300 € pro Monat für 24 Monate

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Wem passiert das nicht mal während des Studiums? Beim Öffnen des Geldbeutels offenbart sich eine wahrhaft gähnende Leere. Das Konto vegetiert mehr als dass es blüht – der Lohn für die vielen geschuffteten Stunden lässt auf sich warten und ist obendrein nicht wirklich üppig, und schon wieder Oma anpumpen?
„Ach was, viel einfacher!“, meint Anna. „Da gibt’s doch das neue Angebot von dieser KfW, der Studentenkredit. Da kriegt man Kohle aufs Konto, den Antrag auszufüllen, ist auch ganz einfach, und dann bezahlt mans nach dem Studium bequem in Raten ab – ist doch super!“, schwärmt sie weiter. „Und das mit echt günstigen Zinsen!“, ergänzt Thomas, der gerade zugehört hat.
Klingt super – richtig verlockend. Aber ist das mit dem Kredit wirklich so einfach, wie es sich anhört und wie viele reden?

Die KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau – bietet ihren „Studienkredit“ an. Die Auszahlungsphase kann von sechs Monaten bis hin zu sieben Jahren dauern, es gibt auch hier eine „Karenzzeit“, also eine Phase, in der nicht zurückgezahlt werden muss, von maximal 23 Monaten, und schließlich kann die Rückzahlung („Tilgung“) über bis zu 25 Jahre gestreckt werden – so weit, so gut.
Die Auszahlungsbeträge können zwischen 100,-€ und 650,-€ variieren, es gibt einen „niedrigen Zinssatz“, der Kredit kommt ohne Sicherheiten (Bonitätsprüfung) aus und die Rückzahlung kann flexibel gestaltet werden.

Und dabei gibt’s keinen Haken?
Schauen wir uns das doch mal genauer an. Der „variable“ Zinssatz beträgt derzeit „6,29% p.a. nom.“ Was heißt das überhaupt?

  • variabel heißt, dass der Zinssatz nicht die ganze Zeit konstant bleiben muss, sondern sich ändern kann (dazu später mehr)
  • 6,29% – das ist der Zinssatz (aktueller Zinssatz hier)
  • p.a. heißt per annum und wird übersetzt mit „pro Jahr“
  • nom. steht für nominell; nominell wird unterschieden von effektiv. Der effektive Zinssatz (eff.)ist der Zinssatz, der auf die gesamten Schulden entsteht. Da Dir nicht alles ausgezahlt wird (Provisionen, Versicherungen,…), ist der Zinssatz berechnet auf das insgesamt geliehene Geld (inkl. Gebühren und Versicherungen) höher; dann spricht man vom Effektivzinssatz (eff.)

Der Effektivzinssatz für den KfW-Studienkredit wird von der KfW auf der Website mit 6,34% p.a. eff. (Stand: 01/2008) ausgewiesen, „soweit in der Darlehenszusage nicht anders angegeben“.

Wieso unterscheidet sich nun der Effektivzins eigentlich vom Nominalzins?
Bei Abschluss des Kredits bekommt die abschließende Bank, ob das nun die KfW selbst ist oder ein „Vertriebspartner“ wie das Studentenwerk oder eine Sparkasse, eine Provision („Aufwandsentschädigung“) in Höhe von 232,-€, die der Kreditnehmer, also Du, zu bezahlen hat – mit Zins und Zinseszins. Da also die tatsächliche Schuld höher ist als bloß die Summe aus dem, was Dir ausgezahlt wird, ist auch der Effektivzins höher, denn der bezieht noch die 232,-€ mit Zins und Zinseszins mit ein.
Der Zinssatz ist „variabel“, das heißt, dass er sich verändern kann. Der Zinssatz der KfW orientiert sich am sog. EURIBOR (European Interbank Offered Rate – „Es handelt sich dabei um den Zinssatz, den europäische Banken voneinander beim Handel von Einlagen mit einer festgelegten Laufzeit von einer Woche sowie zwischen einem und zwölf Monaten verlangen.“; Quelle: www.faz.net).
Es kommt einem volkswirtschaftlichen Gesetz gleich, dass die Zinsen steigen, wenn die Wirtschaft anzieht – und derzeit brummt die Wirtschaft in Europa, besonders in Deutschland, und es ist kein Ende dieses Aufschwungs abzusehen – also wird mittelfristig auch der Zins steigen.
6,29% p.a. – das ist der Zinssatz. Das heißt, dass bei einem Kredit von 100,-€, die am 1.1. geliehen werden, am Ende desselben Jahres 106,29€ zurückbezahlt werden müssen. Das scheint auf den ersten Blick erst mal nicht viel zu sein. Wenn man aber bedenkt, dass gleich am Anfang schon mal 232,-€ Provision in den Kredit einfließen, dann monatlich mindestens 100,-€ ausgezahlt werden, ergibt sich alleine für das erste Jahr folgender Betrag (Kredit läuft ab 1.1.): 1487,10 € . Zum Vergleich: Es wurden 100,-€ ausgezahlt – ein Jahr lang monatlich, insgesamt 1200,- €.

Beispielrechnung
Um einen Mittelwert zu nehmen, wollen wir mal die Auszahlung von 350,-€ zugrunde legen und nehmen (wenn auch nicht realistisch) einen konstanten Zinssatz von 6,29% p.a. nom. an. Weiter nehmen wir an, dass es sich um einen Studenten handelt, der sich diesen Kredit über einen Zeitraum von drei Jahren (= 36 Monate) monatlich auszahlen lässt.

Nach diesen drei Jahren ergeben sich bereits 12878,58€ an Schulden. Also hat der Student nach seinem sechssemestrigen Studium diese Summe Schulden, ohne sich Geld für die Studiengebühren geliehen zu haben.Wenn der Student nun noch die Karenzzeit (23 Monate) voll ausnutzt, hat er bereits 14549,66€ Schulden zu begleichen.Soweit ist nun das Bachelor-Studium finanziert, jedoch noch kein Master, geschweige denn eine Promotion.Nach einem anschließenden zweijährigen Studium zum Master of Arts, weiterhin monatlich 350,-€ Auszahlung mit gleichbleibenden Zinsen ergibt sich: 23222,16€

Doch ACHTUNG: Diese Beträge kommen unter Annahme eines konstanten Zinssatzes zustande.Da aber auch hier wie eingangs erwähnt gilt, dass der Zinssatz ansteigen wird, kann als vollkommen sicher angenommen werden, dass auch der Zinssatz für diesen Studienkredit weiter steigen wird, und zwar möglicherweise sogar noch stärker als die Studiengebührenkredite! – Und somit sind die Schulden am Ende wesentlich höher.

Studienkredit nicht einfach mal ein Semester „zwischendurch“!!
Während die Studierenden beim Studiengebühren-Kredit jedes Semester neu entscheiden können, ob sie einen Kredit aufnehmen wollen, und die Karenzzeit erst nach Studienende zu laufen beginnt, beginnt die Rückzahlung beim Studienkredit der KfW bereits mit dem Auszahlungsende und es kann nur halbjährlich entschieden werden, ob und wie der Kredit weiterläuft.
Wer sich also vielleicht nur mal im ersten Semester ein paar Euro leihen will, wird spätestens am Ende des fünften Semesters zur Kasse gebeten, weil dann die 23 Monate Karenzzeit abgelaufen sind!Folglich gilt immer zu bedenken, dass spätestens 24 Monate nach Auszahlungsende die KfW die Rückzahlung des Kredits fordert, und in der Abschlussphase kann das durchaus sehr störend sein!

Um auf die eingangs erwähnten Begriffe noch einmal zu sprechen zu kommen: Studienkredit, Studentenkredit oder auch Bildungskredit meinen alle grundsätzlich dasselbe, nämlich dass monatlich Geld ausbezahlt wird, das dem Kreditnehmer (also dem Studenten) frei zur Verfügung steht. Ein Programm zur Studienfinanzierung hingegen kann sowohl die beschriebenen Studienkredite (resp. Studentenkredit oder auch Bildungskredit) als auch ein Gebührendarlehen in sich vereinen.

Zwar gelten beim oben beschriebenen KfW-Studienkredit die oben genannten Konditionen, aber es ist sehr intensiv zu überlegen, ob man einen solchen Kredit aufnehmen will und einen dermaßen großen Schuldenberg anhäufen sollte oder ob es nicht noch irgendeine andere Alternative gibt.
Auf jeden Fall sollte vorher ein BAföG-Antrag gestellt werden, um zu prüfen, ob nicht dort noch etwas zu holen ist, denn das BAföG ist auf jeden Fall zinsfrei und braucht nur maximal zur Hälfte zurückbezahlt zu werden.

Heute kann noch niemand eine verlässliche Aussage zu den Zinsen machen, wie hoch sie steigen werden – nur eben dass sie steigen werden. Zwar gibt es bei einigen Krediten garantierte Zinsobergrenzen, allerdings sind diese nur für einen bestimmten Zeitraum, max. 10 Jahre, fixiert.
Leute, die heute ein Fach der Geisteswissenschaft studieren, haben ohnehin nicht die besten beruflichen Aussichten (insbesondere was den Verdienst in den ersten Jahren angeht), wie verschiedene Studien zeigen, aber auch für alle anderen gilt, dass sie sich reichlich überlegen sollten, ob und wenn, wie stark sie sich verschulden wollen.Neben dem KfW-Modell gibt es noch weitere Angebote von anderen (privaten) Kreditanstalten.